Bernhard Peter
Belgische, historische, heraldische Exlibris (1)

Exlibris, Künstler unbekannt:
Dieses Exlibris ist eine undatierte Arbeit eines unbekannten flämischen Künstlers aus dem 18. Jh. für Philippe-Joseph de Cano, aufgrund des Galero mit seitlich herabhängenden Schnüren und Fiocchi offensichtlich ein Kleriker. Er lebte 1702-1758, und er war apostolischer Protonotar sowie Vorsänger am Stift St-Jacques in Antwerpen. Das Blatt ist ein 90 x 69 mm messender Kupferstich. Das Wappen ist geviert, Feld 1 und 4: erneut geviert, Feld a und d: in Blau ein silberner Zinnenturm (Cano), Feld b und c: in Gold ein schwarzer Balken (Helmont), Feld 2 und 3: zweimal gespalten (Carenna), Feld a: in Grün ein silberner fünfzackiger Stern, Feld b: in Silber ein aufrechter grüner Zweig, Feld c: in Blau ein goldener, fünfzackiger Stern (frz. Blason: Écartelé: aux 1 et 4, contre-écartelé: a) et d) d'azur, à une tour sommée d'une tourelle d'or (Cano), b) et c) d'or à la fasce de sable (Helmont); aux 2 et 3, tiercé en pal: a) de sinople, à une étoile d'argent, b) d'argent, à une palme de sinople, c) d'azur, à une étoile d'or (Carenna)). Die einzelnen Komponenten finden sich im Rietstap/Rolland.

 

Exlibris von Auguste Félix Schoy und Edouard Vermorcken:
Dieses undatierte belgische Exlibris wurde für die Herzöge von Arenberg angefertigt. Oben ist eine Wappenzone, unten sind in eine ornamentale Umgebung mehrere Leerfelder für die Buchsignatur oder den genauen Standort eingearbeitet, die vom Besitzer hier eingetragen werden konnten. Hier handelt es sich um ein unbenutztes Blatt ohne Einträge. Unter dem Ornamentfeld sind als Künstler "A. F. SCHOY INV" = Auguste Félix Schoy (7.1.1838-4.11.1885) und als Graveur "E. VERMORCKEN SC" = Edouard Vermorcken (1820-1906) angegeben. Der Zeichner war eigentlich belgischer Architekt, Schriftsteller und Archäologe. Der Graveur wurde in Nieuwkerken geboren und starb in Edegem. Er stach auch nach den Künstlern Guillaume van der Hecht, Henri Marcette, Louis-Joseph Ghemar, Henri Hendrickx und François Stroobant. Das Wappen der Herzöge von Arenberg zeigt in Rot drei (2:1) goldene Mispelblüten. Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken Pfauenstoß. Als Schildhalter werden rechts ein goldener Löwe und links ein goldener Greif verwendet. Die Devise lautet: "Christus protector meus" - Christus ist mein Beschützer. Um das Schriftband legen sich zwei Ranken, die in einem Granatapfel enden. Das Ganze wird umrahmt von einem purpurnen Wappenmantel, der aus einem mit Hermelin aufgeschlagenen Fürstenhut herabfällt, innen von Hermelin, außen mit den goldenen Mispelblüten aus dem Schild bestreut.

 

Bei der Familie handelt es sich ursprünglich um die von Arenberg (auch: Arberg), die sich nach der Burg Aremberg bei Ahrweiler nannten und Burggrafen von Köln waren. Nachdem die im Mannesstamm ausstarben, übernahm eine Seitenlinie der Grafen von der Mark Besitz und Namen. Erbtochter Mechtild hatte 1298 den Grafen Engelbert von der Mark geheiratet. 1509 wurde die Herrschaft Arenberg zu einer Grafschaft erhoben. Schließlich kam beides an die Herren von Ligne: Johann von Barbanson aus dem freiherrlichen Hause Ligne heiratete 1547 die Erbin Margarethe von Arenberg aus dem Stamme der Grafen von der Mark. Er wurde 1549 in den Reichsgrafen- und 1576 mit dem Titel von Arenberg in den Reichsfürstenstand erhoben. Fürst Philipp Franz erhielt 1644 von Kaiser Ferdinand III. die Herzogswürde. Dabei wurde jeweils nur das Stammland zum Fürstentum bzw. Herzogtum erhoben, was keinerlei Auswirkungen auf die Besitzungen in den spanischen bzw. österreichischen Niederlanden hatte, was insofern wichtig war, als die Familie ihren Besitzschwerpunkt nach Belgien verlagert hatte und ihr Stammterritorium verwalten ließ. Der regierende Herzog hatte auf dem niederrheinischen Kreistag und auf dem Reichstag Sitz und Stimme. Das Herzogtum Arenberg bestand bis 1794 (de facto Verlust durch Besetzung) bzw. 1801 (endgültiger Verlust). Durch die französischen Revolutionskriege verloren die Herzöge ihren linksrheinischen Besitz. Sie bekamen als Kompensation im Reichsdeputationshauptschluß das Vest Recklinghausen und das ehemals münsterische Amt Meppen, ein Gebiet von 44 Quadratmeilen, auf das die Virilstimme im Reichstag gegründet war. Dies war das Herzogtum Arenberg-Meppen, das 1803-1810 bestand. Herzog Prosper Ludwig erhielt 1806 durch die rheinische Bundesakte die Souveränität, doch wurde sein Gebiet 1810 durch einen Senatsbeschluß ganz willkürlich den französischen Ems-Departements und dem Großherzogtum Berg zugeteilt.

Exlibris von de Meuse:
Dieses belgische Bücherzeichen, ein 120 mm x 95 mm messender Kupferstich aus dem 18. Jh., wurde laut Eindruck von "De Meuse" hergestellt. Der Wappenschild zeigt in Gold fünf (1:3:1) schwarze Pilgermuscheln (Jakobsmuscheln) in kreuzförmiger Anordnung (frz. Blason: d'or à cinq coquilles de sable posées en croix). Das ist das Wappen einer der ältesten belgischen Adelsfamilien, der in Brüssel ansässigen van der Noot. Die hier nicht dargestellte Helmzier wäre zu golden-schwarzen Decken ein wachsender Mannesrumpf, golden gekleidet mit schwarzem Kragen. Auf der ovalen Kartusche ruht eine Krone, dahinter ragt senkrecht ein Krummstab hervor, über dem ein grüner Galero mit Knotenschnüren und beiderseits je 10 grünen Fiocchi in vier Reihen schwebt. Die Kartusche wird unten von zwei mit ihren Stielen gekreuzten und mit einem Band zusammengebundenen Palmzweigen gerahmt. Auf den abflatternden Enden des Bandes ist die Devise zu lesen: RESPICE FINEM - bedenke das Ende. Es handelt sich um das Exlibris von Maximilien Antoine van der Noot (Maximiliaan Antoon van der Noot, 27.12.1685-27.9.1770), 1743-1770 Bischof von Gent. Dieses Bistum wurde am 12.5.1559 gegründet und unterstand dem Ezrbistum Mecheln-Brüssel. Maximiliaan Antoon van der Noot war der Sohn von Roger-Wauthier van der Noot, 1. Baron von Carloo, Bürgermeister von Brüssel, und dessen Ehefrau, Anne Louise van der Gracht, Herrin von Cortenbach. Des Bischofs Bruder war Charles Bonventura van der Noot, 1. Graf van der Noot (der Tiel wurde von Kaiser Karl VI. am 16.5.1716 geschaffen), und ein weiterer Bruder, Jean Joseph van der Noot, war Komtur des Deutschen Ordens in der Kommende Ramersdorf. Auch der Onkel des Bischofs, Philips Erard van der Noot (6.2.1638-3.2.1730), war Bischof von Gent gewesen, und auch von diesem ist ein heraldisches Exlibris bekannt, allerdings mit nur 2x 6 Fiocchi, mit der gleichen Devise. Auf einem Portrait wird er allerdings auch mit 2x 10 Fiocchi dargestellt.

Maximiliaan Antoon van der Noot wurde in Brüssel geboren. Am 2.10.1702 erhielt er in der Hauskapelle der Pariser Jesuiten die Tonsur. 1703 erhielt er von König Philipp V. von Spanien eine königliche Präbende im Kapitel von St. Bavo in Gent, wofür angesichts seiner Jugend ein päpstlicher Dispens nötig war. studierte an der Universität Reims Philosopie und danach in Leuven Rechtswissenschaften und Theologie, wo er am 15.10.1709 abschloß. Er empfing am 24.3.1708 die Diakonsweihe und am 15.3.1710 in Gent die Priesterweihe. 1711 ging er zum Studium nach Rom, blieb dort aber nur kurz. In St. Bavo in Gent wurde er Säkularkanoniker, außerdem war er Leiter des Genter bischöflichen Seminars, während sein Onkel auf dem Genter Bischofsstuhl saß. Am 7.4.1742 wurde er von Maria Theresia von Österreich zum 15. Bischof von Gent ernannt, was am 29.11.1742 durch Papst Benedikt XIV. bestätigt wurde. Die Bischofsweihe empfing er erst am 20.1.1743. Weitere Fundstellen für sein Wappen sind der Giebelaufsatz der 1757-1758 erbauten Kirche Unserer Lieben Frau in Rupelmonde (zu Kruibeke, Ostflandern), die Front seiner 1768 erbauten Sommerresidenz in Wondelgem, das bischöfliche Seminar in Gent (an der Ecke Biezekapelstraat/Kapittelstraat und im Innenhof) und seine Grabplatte in der Kathedrale St. Bavo (Heilig-Sakrament-Kapelle).

 

Wappendruck, Künstler unbekannt:
Der Wappendruck (Exlibris?) aus der ersten Hälfte des 18. Jh. ist weder datiert noch signiert. Das dargestellte Wappen gehört zu der niederländisch-belgischen Familie der Barone van der Hemm. Der Schild ist geviert mit Herzschild (frz. Formulierungen nach Rietstap), Feld 1 und 4: in Rot ein goldener, golden gekrönter Löwe, der in der rechten Vorderpranke ein silbernes, golden gegrifftes Schwert schräglinks schwingt (Stammwappen der van der Hemm, frz.: Ecartelé: aux 1 et 4 de gueules au lion d'or, couronné du même, tenant une épée d'argent, garnie d'or, en barre), Feld 2 und 3: in Schwarz ein goldener Geharnischter auf einem ebensolchen Pferd reitend, in der Rechten ein schrägrechts gehaltenes goldenes Fähnchen haltend (Voss von Vossenburg, frz.: aux 2 et 3 de sable à un chevalier, armé de toutes pièces d'or, tenant de sa main dextre une banderole du même, posée en bande), Herzschild: in Blau ein auffliegender goldener, schwarzbewehrter Schwan zwischen zwei grünen Palmzweigen (Voss von Vossenburg, frz.: sur le tout d'azur à un cygne essorant d'or, becqué et membré de sable, accosté de deux palmes adossées de sinople).

Dazu werden über einer üppigen Rangkrone eines niederländischen Barons drei gekrönte Helme geführt (trois casques couronnés), Helm 1 (Mitte): zu golden-schwarzen Decken ein wachsender Gerüsteter, in der Rechten eine golden befranste, blaue Fahne haltend mit einem auffliegenden goldenen, schwarzbewehrten Schwan zwischen zwei grünen Palmzweigen darauf, die Linke eingestemmt (Vermehrung, s. u., frz.: un homme issant, armé de toutes pièces, tenant de sa main dextre une bannière aux armes du surtout, et appuyant la senestre sur sa hanche, lambrequins d'or et de sable), Helm 2 (rechts): zu golden-roten Decken ein wachsender, goldener, golden gekrönter Löwe, der ein silbernes, golden gegrifftes Schwert in der rechten Vorderpranke schwingt (Stammkleinod der van der Hemm, frz.: le lion, issant et contourné, lambrequins d'or et de gueules), Helm 3 (links): zu golden-blauen Decken ein goldener, auffliegender Schwan (Voss von Vossenburg, frz.: le cygne du surtout, lambrequins d'or et d'azur). Als Schildhalter wird rechts ein vollständig Gerüsteter verwendet, der mit der freien Rechten den Schild greift und mit der Linken eine golden befranste schwarze Fahne mit dem reitenden Geharnischten aus Feld 2 und 3 hält, links ein goldener Löwe, der in der rechten Pranke eine goldenbefranste rote Fahne mit dem schwertschwingenden Löwen aus Feld 1 und 4 hält (frz.: Tenants à dextre un chevalier, armé de toutes pièces, tenant une bannière aux armes du 2, à senestre un lion d'or, tenant une bannière aux armes du 1). Um ein ornamental ausgezogenes Podest schlingt sich ein Schriftband mit der Devise "DVRVM PATIENTIA VINCIT" - die Geduld besiegt die Härte.

 

Die Familie van der Hemm zu Niedersteine (Nedersteyn) kommt in den Niederlanden, im belgischen Mecheln, in Böhmen und in Preußen vor. Johann Arnold van der Hemm aus Amsterdam hatte am 18.7.1620 eine Adelsbestätigung mit "von der" erhalten (österreichisches Staatsarchiv, Signatur AT-OeStA/AVA Adel RAA 179.4). Dieser Johann Arnold van/von der Hemm ist insofern wichtig, als er Marguerite Voss von Vossenburg heiratete, die der Familie Niedersteine in der Grafschaft Glatz in Böhmen (heute: Scinawka Dolna, im Powiat Klodzki in der Wojewodschaft Niederschlesien in Polen) einbrachte. Der Besitz Niedersteine war 1628 von Ferdinand III., König von Böhmen, konfisziert und an seinen Leibarzt Gisbert Voss von Vossenburg als Lehen übertragen worden. Er war ohne Kinder, deshalb kam Niedersteine an seinen Bruder Regner Voss von Vossenburg, dann über Marguerite = Margarethe an Johann Arnold von der Hemm und blieb bis 1792 in der Familie. Siebmacher Band: SchlA1 Seite: 115 Tafel: 83, bringt das Wappen der Ehefrau unter der Schreibweise "Vosso von Vossenburg": Geviert, Feld 1 und 4: in Blau zwischen zwei schräg voneinander gestellten grünen Palmzweigen ein rechtsgekehrter, schwarz bewehrter, goldener Schwan mit aufgeschwungenen Flügeln, Feld 2 und 3: in Schwarz ein rechts sprengender, golden geharnischter, schwerthaltender Ritter auf goldenem, blau gesatteltem Pferd, auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken der Schwan stehend. Johann Arnold von der Hemm löste die Anteile seiner Miterben ab und vergrößerte den böhmischen Besitz durch Zukauf weiterer Güter.

Der Schwan mit den Palmzweigen und der Reiter zu Pferde wurden nun im vermehrten ritterlichen Wappen der van/von der Hemm dem Wappen der Voss von Vossenburg entnommen, und davon ist auch der Helm 2 abgeleitet. Denn das ritterliche Wappen der von der Hemm war geviert, Feld 1 und 4: in Blau der goldene Schwan zwischen zwei grünen Palmzweigen, Feld 2 und 3: in Schwarz ein rechts sprengender, golden geharnischter, schwerthaltender Ritter auf goldenem, blau gesatteltem Pferd, zwei gekrönte Helme: Helm 1 (rechts): zu rot-goldenen Decken ein wachsender, goldener, golden gekrönter Löwe, der ein silbernes, golden gegrifftes Schwert in der rechten Vorderpranke schwingt (Stammkleinod der van der Hemm), Helm 2 (links): zu blau-goldenen Decken ein schwarz bewehrter, goldener Schwan mit aufgeschwungenen Flügeln (Voss von Vossenburg). In den Unterlagen des österreichischen Staatsarchivs (Signatur: AT-OeStA/AVA Adel RAA 179.4) ist das Wappen der Voss von Vossenburg mit teilweise falschen Tinkturen beigelegt, Feld 2 und 3: in Gold ein blauer Gerüsteter zu Pferd. Johann Arnold van der Hemm bekam am 1.12.1622 von Ferdinand II. den Ritterstand des Reiches (nebst Ausdehnung auf den Bruder Isbrand) und eine Wappenbesserung ad personam. Das nächste Wappen ist im österreichischen Staatsarchiv anläßlich der Reichsadelsverhandlung für Johann Arnold van der Hemm 1630 dokumentiert (Signatur: AT-OeStA/AVA Adel RAA 179.5). In dieser Variante ist ohne eigenen Helm der schwarze, golden gekrönte kaiserliche Doppeladler mit der Kaiserkröne oben zwischen den beiden Häuptern zwischen beide Helme positioniert worden (Signatur: AT-OeStA/AVA Adel RAA 179.6).

Das freiherrliche Wappen wird im Siebmacher Band: SchlA1 Seite: 41 Tafel: 31 wie folgt angegeben: Geviert mit Herzschild, Feld 1 und 4: in Rot ein goldener, golden gekrönter Löwe, der in der rechten Vorderpranke ein silbernes, golden gegrifftes Schwert schräglinks schwingt (van der Hemm), Feld 2 und 3: in Schwarz ein goldener Geharnischter auf einem ebensolchen Pferd reitend, in der Rechten ein schrägrechts gehaltenes goldenes Fähnchen haltend (Voss von Vossenburg), Herzschild: in Blau ein auffliegender goldener, schwarzbewehrter Schwan zwischen zwei grünen Palmzweigen (Voss von Vossenburg), drei gekrönte Helme: Helm 1 (Mitte): zu rechts rot-goldenen und links blau-goldenen Decken ein wachsender Gerüsteter, in der Rechten eine goldene Fahne haltend, die Linke eingestemmt (abgeleitet von Feld 2), Helm 2 (rechts): zu rot-goldenen Decken ein wachsender, goldener, golden gekrönter Löwe, der ein silbernes, golden gegrifftes Schwert in der rechten Vorderpranke schwingt (van der Hemm), Helm 3 (links): zu blau-goldenen Decken ein goldener, auffliegender Schwan (Voss von Vossenburg). Dadurch werden einige Unterschiede zum hier gezeigten Wappen, das der Entwicklungsstufe nach 1718 entspricht, deutlich: Der Schild ist gleich hinsichtlich der Felder, Inhalte und Tinkturen, aber bei allen Helmdecken ist Farbe außen und Metall innen, die Schildhalter sind nicht vorhanden.

Johann Arnold van der Hemm hatte drei Söhne, Herman-Gisbert van der Hemm, der in den Niederlanden blieb, Réné van der Hemm, der unvermählt blieb, und Gisbert van der Hemm, der die böhmischen Besitzungen übernahm, Eva-Maria von Stillfried heiratete und den böhmischen Zweig begründete, der 1818 erlosch.

Bei dem Exlibriseigner handelt es sich um den Urenkel von Johann Arnold und Marguerite, Baron Herman-Gisbert van der Hemm de Niedersteine (-10.4.1758), Stallmeister und Lieutenant de la Cour féodale in der Herrlichkeit Mechelen (Mecheln, frz. Malines). Er wurde 1718 mit Diplom vom 17.11. durch Kaiser Karl VI. zum Baron erhoben, mit dem Recht, sich nach seinen Besitzungen in den Niederlanden nennen zu dürfen. Deshalb ergibt sich für dieses Blatt ein Zeitfenster von 1718-1758. Herman-Gisbert van der Hemm war der einzige Sohn von Gérard van der Hemm de Niederstein (11.5.1641-14.11.1695) und Gertrude-Marguerite van Blocklandt (14.10.1655-19.11.1737): Heirat am 14.2.1676. Seine Großeltern väterlicherseits waren Herman-Gisbert van der Hemm de Niedersteine (-4.4.1671) und Aleyde Oly van Velsen (23.10.1619-4.9.1668); Heirat am 24.6.1640. Und Herman-Gisbert war der erstgeborene Sohn von Johann Arnold und Marguerite Voss von Vossenburg (s. o.). Die genealogischen Angaben im Siebmacher sind nicht verläßlich, weil dort Herman-Gisbert van der Hemm de Niedersteine (-4.4.1671) und sein Enkel Baron Herman-Gisbert van der Hemm de Niedersteine (-10.4.1758) irrtümlicherweise gleichgesetzt werden, wodurch zwei Generationen ausgelassen werden.

Herman-Gisbert van der Hemm de Niedersteine war zweimal verheiratet, in erster Ehe am 13.9.1704 mit Françoise Alexandrine Victoire de Lindick (-1.1.1716), der einzigen Tochter von Albert Antoine Joseph de Lindick und Marie de Grysperre, und in zweiter Ehe am 27.1.1720 mit Isabelle Snoy (2.1.1692-15.8.1768), der Tochter von Jean Charles Snoy (1655-24.5.1714), Kavalleriehauptmann im Dienste Spaniens, Stadtrat, dann Bürgermeister der Stadt Mechelen, Vicomte d'Horzeele seigneur de Weert et de Langenhage, und dessen Frau, Suzanne Catherine de Wynants (1668-26.8.1743). Herman-Gisbert van der Hemm von Niedersteine hatte aus erster Ehe die Kinder Gérard van der Hemm (5.7.1705-28.10.1731), unvermählt, Baron Gaspard Joseph van der Hemm (5.8.1709-24.7.1759, verheiratet, kinderlos), Arnould Jean van der Hemm (29.6.1713-11.7.1713), Gertrude van der Hemm (starb jung), Gertrude Marguerite van der Hemm (starb jung), Marie Suzanne van der Hemm (1707-1730, Nonne) und Marie Josèphe van der Hemm (10.10.1711-, unvermählt) sowie aus zweiter Ehe die Kinder Baron Arnould Hyacinthe Guilain van der Hemm (17.10.1720-, unvermählt), Charles Joseph van der Hemm (16.12.1721-29.2.1724), Baron Alphonse Louis Guilain van der Hemm (4.2.1724-, Mönch), Thérèse van der Hemm (26.5.1725-23.9.1725), Jean Baptiste Joseph Guilain van der Hemm (1726-20.1.1750, Priester), Joachim Charles Guilain van der Hemm (10.9.1727-1757, militärische Karriere, starb bei der Belagerung von Breslau), Baronne Christine Barbe van der Hemm (25.7.1729-, verheiratet) und Baron Gaspard Joseph Marie Guilain van der Hemm (31.7.1730-, Kanoniker). Der Exlibriseigner starb in Mechelen.

Literatur, Quellen und Links:
Rietstap/Rolland
Informationen des Exlibris-Händlers Jacques Laget
http://www.ex-libris-jacques-laget.fr/
Vermorcken, in: Ulrich Tieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Kùnstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band XXXIV, Leipzig, 1940, S. 280.
Vermorcken, in: P. und V. Berko: Dictionnaire des peintres belges nés entre 1750 & 1875, Bruxelles, Laconti, 1981, S. 758.
Auguste Schoy:
https://fr.wikipedia.org/wiki/Auguste_Schoy
Arenberg: Otto Hupp, Münchener Kalender 1896
Arenberg: Dr. H. Grote, Geschlechts- und Wappenbuch des Königreichs Hannover und des Herzogtums Braunschweig
Arenberg: Max von Spießen (Hrsg.): Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Zeichnungen von Professor Ad. M. Hildebrandt, 1. Band, Görlitz 1901 - 1903.
Herzogtum Arenberg:
https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Arenberg
Wappen des Hauses Arenberg:
http://www.europeanheraldry.org/benelux/belgium/families/maison-darenberg
Haus Arenberg:
https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Arenberg
Alexander v. Dachenhausen: Stammtafel des Herzoglichen Hauses Arenberg seit der Mitte des 16. Jahrhunderts und seine Abstammung von den Grafen von der Mark, Rein, Brüssel 1905, online:
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/urn/urn:nbn:de:hbz:061:1-493165
Heinrich Neu: Arenberg, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 341 f. -
https://daten.digitale-sammlungen.de/0001/bsb00016233/images/index.html?seite=359 - https://www.deutsche-biographie.de/gnd118860445.html#ndbcontent
Familie van der Noot:
https://nl.wikipedia.org/wiki/Van_der_Noot_(familie) - https://en.wikipedia.org/wiki/House_van_der_Noot
Bistum Gent:
https://en.wikipedia.org/wiki/Roman_Catholic_Diocese_of_Ghent - Liste der Bischöfe von Gent: https://nl.wikipedia.org/wiki/Lijst_van_bisschoppen_van_Gent
Bild von Maximilien Antoine van der Noot:
https://nl.wikipedia.org/wiki/Lijst_van_bisschoppen_van_Gent#/media/Bestand:PMa_STB00607_B_Gent.jpg - https://www.europeana.eu/en/item/90402/13DB6D15A2C2F502642FB75FD9E9B89B21DE2715
Maximilien Antoine van der Noot:
https://nl.wikipedia.org/wiki/Maximiliaan_Antoon_van_der_Noot
Maximilien Antoine van der Noot:
http://www.catholic-hierarchy.org/bishop/bvdnootm.html
Exlibris für Philips Erard van der Noot:
https://erfgoedinzicht.be/collecties/detail/4176657f-336b-5e99-b456-aeba0ef4999c
Münze mit dem Wappen von Maximilien Antoine van der Noot:
https://stamgent.be/nl_be/collectie/kunstwerken/N_01647_2_2
M. D., S. D. H. (Jean Charles Joseph De Vegiano, Seigneur d'Hovel): Nobiliaire des Pays-Bas et du Comté de Bourgogne, 2. Teil, Verlag Jean Jacobs, Louvain, 1760 -
https://books.google.de/books?id=IHDD29TGcZsC S. 664-668
Mr. Butkens: Supplement aux Trophées tant sacrés que profanes du Duché de Brabant, Bd. 2, Verlag Chrétien van Lom, Den Haag 1726 -
https://books.google.de/books?id=ek9aVfElWJEC = https://books.google.de/books?id=YQ8iAQAAMAAJ = https://books.google.de/books?id=o2VUAAAAcAAJ S. 192-193
Genealogie van der Hemm:
https://gw.geneanet.org/scoomans?lang=fr&iz=32003&m=N&v=van+der+hemm+de+nedersteyn - https://gw.geneanet.org/scoomans?lang=fr&iz=32003&p=herman+gisbert&n=van+der+hemm+de+nedersteyn und abhängige Seiten
Reichsadelsverhandlung Arnold van der Hemm:
https://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=2353279 - mit Wappenvarianten, vorherige Verbesserungen: https://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=2338022 und https://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=2338023
Niedersteine:
https://de.wikipedia.org/wiki/%C5%9Acinawka_Dolna

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