Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 558
Bischofsstadt Eichstätt

Eichstätt: Dompropstei

Die Dompropstei, einst Sitz des Dompropstes, ist heute Sitz des Bischöflichen Ordinariates. Es handelt sich um einen großen Flügelbau an der Luitpoldstraße Nr. 2. Sein Vorgängerbau ist seit 1142 urkundlich belegt. Er wurde im 30jährigen Krieg 1633 von schwedischen Truppen zerstört. 1672 wurde der heute noch bestehende Neubau errichtet. Baumeister ist Jacob Engel. An der SW-Ecke ist ein polygonaler Erker, wie man ihn häufig bei Engels Architekturen findet. Die Stukkaturen der Fassade fügte der Hofstukkateur J. J. Berg um 1770 hinzu.

Das Wappen des Bauherrn, des Eichstätter Fürstbischofs Marquard II. Schenk von Castell (1636-1685, er wird in der Inschrift mit Namen, Datum und Regierungsjahr erwähnt), in relativ großer Höhe an der Fassade ist geviert mit Herzschild:

Helme:

Hinter dem Schild schräggekreuzt Krummstab und Schwert. Zwei Löwen als Schildhalter. Zur Genealogie des Fürstbischofs:

Eltern:

Großeltern: 

Tiefer an der Fassade befindet sich ein zweites Wappen. Die Inschrift nennt Franz Heinrich Freiherr von Kageneck (damaliger Dompropst, Besitzer von Schloß Inching, gest. 1781) und birgt ein Chronogramm: I + C + V + L + I + V + I + C + M + I + D + V + I = 1770 AD. In diesem Jahr wurde die Fassade erneuert und mit Rokoko-Stuck versehen. Das Wappen von Kageneck ist in Rot ein silberner Schrägrechtsbalken. Helmzier ein Mannsrumpf ohne Arme, in ein wie der Schild tingiertes Gewand mit silbernen Aufschlägen gehüllt. Helmdecken rot-silbern. Hier ist die Helmzier noch von zwei Puttenköpfen beseitet, deren rechter eine Bischofsmütze trägt. Die Familie der Freiherren und Grafen von Kageneck ist elsässischer Uradel. Stammburg ist Kageneck bei Colmar. Cave: Das Wappen kommt auch mit Schräglinksbalken vor. Der Mannesrumpf trägt meist noch eine rote Mütze mit silbernem Schrägbalken und mit silbernen Aufschlägen. Weitere Helmzieren in der weitverzweigten Familie sind bekannt.

Genealogie des Franz Heinrich Wendelin Freiherr von Kageneck:

Eltern:
  • Georg Sebastian Reinhard Freiherr von Kageneck
  • Josepha Maria Franziska Freiin von Ulm zu Mittel-Biberach

Großeltern:

  • Johann Friedrich von Kageneck
  • Susanna Magdalena von Andlau
  • Johann Anton Albrecht Freiherr von Ulm
  • Maria Rosa Franziska Freiin von Reinach

Urgroßeltern:

  • Johann Wilhelm von Kageneck
  • Helena Zorn von Bulach
  • Georg Friedrich von Andlau
  • Anna Barbara von Hagenbach
  • Paul Matthias Freiherr von Ulm
  • Maria Ursula Fereiin von Reinach
  • Beatus Melchior Freiherr von Reinach
  • Maria Catharina Blarer von Wartensee
  Ururgroßeltern:
  • Johann Friedrich von Kageneck
  • Margaretha Böcklin von Böcklinsau
  • Georg Zorn von Bulach
  • N.N. Schöner von Straubenhart
  • Johann Ludwig von Andlau
  • Anna Maria von Rathsamhausen
  • N.N. von Hagenbach
  • Maria Magdalena Pforr in Muntzingen
  • Johann Ludwig von Ulm
  • Ephrosina Schad von Wartenhausen in Mittelbiberach
  • Melchior Freiherr von Reinach
  • Ursula von Reinach
  • Johann Beatus von Reinach
  • Catharina von Reinach
  • Jacob Christoph Blarer von Wartensee
  • Eva Reich von Reichenstein

Literatur, Quellen und Links:
Siebmachers Wappenbücher, bes. Band Bistümer
Reclams Kunstführer Bayern
Wolfgang Kootz, Willi Sauer: Bischofsstadt Eichstätt im Naturpark Altmühltal, Stadtführer, 2003 Kraichgau-Verlag, ISBN 3-929228-10-6
Johann Heinrichs von Falckenstein: Antiquitates Nordgavienses oder Nordgauische Alterthümer und Merckwürdigkeiten, aufgesucht in der Aureatensischen Kirche, oder Hochfürstl. Hochstifft Eichstett, 2. Teil, Lochner, Frankfurt und Leipzig 1733 -
https://books.google.de/books?id=fwZDAAAAcAAJ

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