Bernhard
Peter
Galerie:
Photos schöner alter Wappen Nr. 2563
Sulzfeld (Landkreis Karlsruhe, Baden)
Epitaphien in der evangelischen Kirche Sulzfeld, Innenraum
Innenraum
(1): David Göler von Ravensburg (-1626)
Dieses hervorragend erhaltene manieristische Epitaph aus
graugelbem Sandstein ist für David Göler von Ravensburg
(15.9.1567-29.11.1626) und seine Frau, Marie Jacobe von
Hallwyl (-1633). Es mißt 2,87 in der Höhe und 1,74 m
in der Breite und steht im Langhaus an der Ostwand unter der
nördlichen Empore.
Die beiden Ehepartner hatten als Kinder zwei Töchter, Maria Magdalene Göler von Ravensburg und Elisabetha Göler von Ravensburg und setzten so den Stamm nicht fort. Wer genau hinschaut, erkennt auf dem Epitaph unterhalb der Auferstehungsszene mit dem sich erhebenden Christus und den zwei mit aufgestütztem Kopf schlafenden römischen Soldaten sogar die beiden mit ihren Namen beschrifteten Töchter zwischen ihren Eltern. David Göler von Ravensburg war der Bruder von Engelhard I. Göler von Ravensburg (22.6.1570-17.3.1654), der in Sulzfeld das Mittlere Schloß = Pforzheimer Schloß = Rentamt errichten ließ. Für diesen und noch für einen anderen Bruder, Georg Göler von Ravensburg (1552-1620), befinden sich in dieser Kirche ebenfalls Epitaphien, weiterhin für seinen Onkel Hans III. Göler von Ravensburg (8.11.1526-19.11.1601) und seinen Cousin Hans Friedrich Göler von Ravensburg (5.3.1565-10.12.1626).
Dieses Epitaph ist eines der schönsten, aufwendigsten und üppigsten der Region. Ganz grob bildet eine Aedikula die Grundform. Über dem verkröpften Gebälk ist eine Aufsatzzone, unten eine Sockelzone mit Inschrift angesetzt. Seitliche Wangen erschließen in allen drei Zonen zusätzliche Flächen. Ein reichhaltiges Figurenprogramm dient der Dekoration: Im Aufsatz befinden sich drei (1:2) Kinderfiguren. Die zentrale Auferstehungs-Szene hat 7 Personen: Christus, 2 Soldaten und die vierköpfige Familie. In den oberen Ecken befinden sich noch Engelsköpfe. Den beiden Pilastern der Hauptzone vorgestellt sind zwei große Allegorien, darüber ist jeweils noch ein Engelskopf; weitere Engelsköpfe schließen die Außenwangen neben der Wappenspalte ab.
Die Hauptinschrift befindet sich im Sockelbereich des Epitaphs. Sie lautet: "Der Woledle Vnnd Gestreng Dauid Göler / Von Vnd Zu Rauenspurg Wurdt In Anno 1567 / Den 15. Monats Tag 7bris Vf Diese Weltt Gebohrn / Verheyrath Sich Anno 1607 Zu Der Wol Edlen / Vnndt Viel Tugentsamen Frawen Maria Jacobe / Geborne Von Hallweyll Mit Welcher Er 19 Jhar / In Friedt Vnd Einigkeit Lebet Auch Von Gott / Mit 2 Töchtern Gesegnet Worden. Vnd Als Er Seines / Alters 58 Jahr Erreicht, Ist Er An(n)o 1626 Den 29 Novemb(ris) / In Got Selig Entschlaffen. Deme Vnd Vns Allen Sein / Göttliche Allmacht Ein Fröhliche Aufferstehung Gnedig / Verleihen Wölle / Amen". Auch wenn die ganze Familie im Zentralfeld dargestellt wird, nennt die Inschrift nur David Göler. Eine zweite Inschrift religiösen Inhalts befindet sich oben am Gebälk über der Hauptzone in Ohrmuschelrahmung: "Johan. Am. II. / Ich Bin Die Aufferstehung / Vnnd Daß Leben. Wer An / Mich Glaubet, Der Wird Leben, / Ob er Gleich Stürbe etc.".
Die Verteilung der Wappen ist wie folgt: Im Aufsatz befinden sich die beiden Vollwappen der Ehepartner, rechts das für David Göler von Ravensburg (15.9.1567-29.11.1626), in Silber ein schwarzer auffliegender Rabe (hier ungekrönt), auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken Kopf und Hals des schwarzen Raben, aus dem hinten am Hals ein goldener (oder silberner) Kamm hervorkommt mit 5 goldenen (oder silbernen) Spitzen, die meistens mit ebenso vielen Pfauenfedern (Pfauenspiegeln) besteckt sind. Links befindet sich das Vollwappen für Davids ihm 1607 angetraute Ehefrau, Marie Jacobe von Hallwyl, in Gold ein schwarzer Flug, auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein silberner Flug.
Jeder Ehepartner besitzt eine Ahnenprobe, die sich zusammensetzt aus je einem Wappenschild auf dem Außensegment der Aufsatzzone, je 5 Wappenschilden auf den Seitenteilen der Hauptzone und je einem Wappenschild auf den Konsolen der Sockelzone, also nach innen eingerückt, und noch einmal einem Wappenschild ganz unten unter der Inschrift, noch eine Stufe weiter eingerückt. Weil die jeweils obersten Schilde das Hauptwappen erneut zitieren, besteht jede Ahnenprobe aus den üblichen 8 Schilden. Alle Schilde sind mittels eines kleinen Schriftbandes namentlich den Familien zugeordnet.
Die Ahnenprobe für David Göler von Ravensburg (15.9.1567-29.11.1626) besteht von oben nach unten aus den Schilden der Göler von Ravensburg (in Silber ein schwarzer Rabe mit erhobenen Flügeln), der von Hirschhorn (in Gold eine rote Hirschstange), der von Liebenstein (dreimal silbern-schwarz geteilt), der Göler von Ravensburg (wie zuvor), der von Rammungen bzw. Ramung (blau-silbern gespalten mit einer Spitze in verwechselten Farben), der von Venningen (in Silber zwei schräggekreuzte rote Lilienstäbe), der von Eltershofen ("Eltershouen", rot-silbern mit gebogenen Linien schneckenförmig geviert) und der von Vellberg ("Velberg", in Blau mit goldenem Freiviertel ein silberner Flügel).
Seine Eltern waren Bernhard II. Göler von Ravensburg (1523-1597) und Maria von Hirschhorn (1528-). Von den Großeltern sind diejenigen väterlicherseits namentlich bekannt: Albrecht VI. Göler von Ravensburg (-1542) und Dorothea von Liebenstein. Die Urgroßeltern väterlicherseits waren Albrecht V. Göler von Ravensburg (1444-17.11.1503) und Kunigunde oder Katharina von Rammungen (-1497) sowie Heinrich von Liebenstein und Regula von Eltershofen. Die Großeltern mütterlicherseits waren Hans (Johann) von Hirschhorn (1511-1569, Epitaph in der Karmeliterkirche Hirschhorn) und Anna Göler von Ravensburg (1507-1578, Epitaph in der Karmeliterkirche Hirschhorn). Die Urgroßeltern waren Engelhard III. von Hirschhorn (1485-1530) und Margareta von Venningen (-1530) sowie Bernhard I. Göler von Ravensburg (1480-1554) und Margaretha von Vellberg (-24.6.1532). Das zweimalige Auftreten des Göler-Wappens signalisiert den Ahnenschwund über Bernhard II. und Bernhard I. aus der gleichen Familie.
Die Ahnenprobe für Marie Jacobe von Hallwyl besteht von oben nach unten aus den Schilden der von Hallwyl (in Gold ein schwarzer Flug), der von Freyberg (silbern-blau geteilt, unten drei (2:1) goldene Kugeln), der von Mülinen (in Gold ein schwarzes vierspeichiges Mühlrad), der von Sachsenheim (in Silber zwei rote Büffelhörner mit Grind), der von Rottenstein (in Silber ein golden schräggegitterter roter Schrägbalken, hier schräglinks), der von Stadion (in Schwarz drei goldene Wolfsangeln bzw. Wolfsanker übereinander, jeweils mit dem Ring nach unten), der von Diesbach (auf dem Epitaph mit Schreibfehler "Gießbach", in Schwarz ein goldener, hier schräglinker Zickzackbalken zwischen zwei goldenen, nach der Figur gelegten Löwen) und der von Alten-Sachsenheim (in Silber zwei rote Stierhörner mit Grind). Bezüglich Rottenstein ist die Ahnenprobe nicht ganz präzise, eigentlich müßten hier die Bletz von Rottenstein stehen, mit anderem Wappen.
Die Eltern von Marie Jacobe von Hallwyl waren Johann Georg von Hallwyl und Maria Magdalena von Freyberg. Ihre Großeltern waren nach Damian Hartard von Hattstein Hartmann von Hallwyl und seine Frau Maria von Mülinen sowie Ludwig von Freyberg und Maria Jacobe von Sachsenheim. Die Urgroßeltern waren nach Damian Hartard von Hattstein Theodor von Hallwyl und Siguna von Rottenstein, Paul von Mülinen und Verena von Diessbach (Diesbach), Egenolph von Freyberg und Margaretha von Stadion sowie Reinhard d. J. von Sachsenheim und Margaretha von Sachsenheim.
Innenraum
(2): Georg Göler von Ravensburg (-1620)
Dieses Epitaph aus hellgrauem Sandstein ist für Georg
Göler von Ravensburg (1552-1620), einen Sohn von
Bernhard II. Göler von Ravensburg (1523-1597) und Maria von
Hirschhorn (1528-). Georg war der Bruder der ebenfalls hier
jeweils mit einem Epitaph vertretenen David Göler von Ravensburg
(15.9.1567-29.11.1626, siehe vorheriger Abschnitt) und Engelhard
I. Göler von Ravensburg (22.6.1570-17.3.1654). Georg war nicht
vermählt und hatte keine Kinder. Das Epitaph mißt 2,56 m in der
Höhe und 1,34 m in der Breite. Es nennt außer dem Namen keine
Lebensdaten für den Verstorbenen.
Das üppig dekorierte Epitaph ist in drei Zonen gegliedert. Das Zentralfeld zeigt vor der architektonisch detailreichen Kulisse der Stadt Jerusalem den kreuztragenden Christus, den Kopf zum Betrachter herausgewendet, hinter ihm einer seiner Peiniger. Der linke Arm und die Gliedmaßen der Person hinter ihm sind beschädigt. Unter dem Szenenbild folgt eine Inschrift, darunter befindet sich links eine Blumenvase, rechts eine Feuervase, aus deren Öffnung Flammen schlagen und dichte Rauchwolken quellen - hier als Vergänglichkeitssymbole. Dazwischen hockte ein Putto auf einem Totenschädel, leider zerstört.
Gerahmt wird dieses Zentralfeld von zwei großen und die Konstruktion dominierenden Hermen-Pilastern, oben mit ionischen Abschlüssen über Frauenmasken, unten mit nach unten zulaufenden Sockeln mit Löwenmasken, und in der Mitte verdeckt von großen Figuren, von denen die optisch linke aber den erhobenen rechten Arm, die rechts Kopf und Hände eingebüßt hat. Die linke Figur mit dem kleinen Kind an der Seite ist eine Allegorie der Caritas. Die rechte Figur trägt zeitgemäße Kleidung und hat vermutlich einmal den Verstorbenen dargestellt. Außerhalb dieser Pilaster verbreitern Schmuckwangen die Schaufläche. Die Sockelzone unten besteht aus einem großen Inschriftenfeld zwischen zwei Konsolen unter den Pilastern, beide mit Löwenmasken, ebenso die Rollwerkzunge ganz unten am unteren Rand. Über dem reichlich mit Beschlagwerk verzierten oberen Gebälk kommt noch ein Aedikula-artiger Aufsatz mit Wappen und seitlichen Löwenköpfen. Den oberen Abschluß bilden zwei nach innen eingerollte Schnecken, die zwischen sich eine groteske Maske einklemmen, die oben in drei blattartige Fortsätze ausläuft. Das Epitaph bildet stilistisch mit anderen Epitaphien in der Kirche eine Einheit und ist vermutlich eine Arbeit aus der Werkstatt des Melchior Schmidt von Heilbronn.
Auf dem Gebälk direkt über dem Zentralfeld erfolgt die namentliche Zuweisung des Epitaphs: "GEORGIVS GÖLER A RABEN / SPERG". Unterhalb der Kreuztragungsszene befindet sich eine Schriftkartusche mit Rollwerk unten und floral auslaufenden Voluten seitlich, des Wortlauts: "SANGVINE QVAESISTI / COELVM NOS TARTARA CVLPIS / FAC MERITIS CEDANT CRI / MINA NOSTRA TVIS" - dieses Distychon bedeutet: Mit Blut hast du erreicht den Himmel, wir jedoch die Verdammnis durch unsere Schuld. Mach, daß deine Verdienste unsere Verbrechen verschwinden lassen. Die dritte Inschriftentafel befindet sich im Sockelbereich. Auch sie enthält ein Distychon mit dem Wortlaut: "Adel Kunst ehr Geldt gut vn(d) Pracht / der Todt es Als zu nichten macht / VAENITAS (= vanitas) VANITATVM ET / OMNIA VANITAS / HINC ABII SED NON PERII MIHI / FVNERE CVAMVIS (= quamvis) / SOLVERIT HOC CORPVS TRVX / LIBITINA MEVM" - Eitelkeit der Eitelkeiten, alles Eitelkeit. Ich gehe hier weg, aber ich gehe nicht unter, auch wenn die grimmige Todesgöttin diesen meinen Leib im Grabe zerfallen läßt.
Die Heraldik dieses Epitaphs ist vor allem im Vergleich mit den Arbeiten für seine beiden Brüder sehr übersichtlich und besteht nur aus einem einzigen Vollwappen im Aufsatzbereich, dem der Göler von Ravensburg, in Silber ein schwarzer auffliegender Rabe (hier ungekrönt), auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken Kopf und Hals des schwarzen Raben, aus dem hinten am Hals ein goldener (oder silberner) Kamm hervorkommt mit 5 goldenen (oder silbernen) Spitzen, die meistens mit ebenso vielen Pfauenfedern (Pfauenspiegeln) besteckt sind.
Innenraum
(3): Hans Friedrich Göler von Ravensburg (-1626)
Dieses Epitaph ist für Hans Friedrich Göler von Ravensburg
(5.3.1565-10.12.1626). Er war einer der großen Bauherren auf der
Ravensburg, der den Großen Keller und den Palas errichten ließ.
Auch auf der Ravensburg gibt es zweimal sein Ehewappen, weiterhin
als Spolien solche am Amalienhof. Er verheiratete sich am
16.11.1605 mit Katharina von Mentzingen (1585-19.10.1635). Zu
Füßen des Gekreuzigten ist im Zentralfeld die Stifterfamilie
abgebildet: Der Familienvater in der Mitte, die Ehefrau optisch
rechts. Um die beiden herum sind insgesamt sieben Kinder
dargestellt. Die beiden Ehepartner hatten drei überlebende
Kinder, "Anna Catherina" = Catharina Anna Göler von
Ravensburg (1611-), "Wolff Albrecht" = Wolf Albrecht
Göler von Ravensburg (1614-8.3.1636) und "Hanns
Bernhard" = Johann Bernhard Göler von Ravensburg
(13.3.1608-1652). Diese drei bilden die vordere Reihe und sind
mit den unteren Schriftbändern namentlich zugeordnet. Die vier
jung verstorbenen Geschwister ("David", "Eytel
Friderich", "Anna Maria" und "Maria
Jacobe") bilden die hintere Reihe; die zugehörigen
Schriftbänder sind mit Kreuzen markiert. In dieser Kirche
existieren weiterhin Epitaphien für die Eltern des
Verstorbenen und für drei Cousins.
Dieses Epitaph ist eines der schönsten, aufwendigsten und üppigsten der Region. Es bildet gestalterisch das Gegenstück zum Epitaph für David Göler von Ravensburg (15.9.1567-29.11.1626) und ist auch genauso aufgebaut. Ganz grob bildet eine Aedikula die Grundform. Über dem verkröpften Gebälk ist eine Aufsatzzone, unten eine Sockelzone mit Inschrift angesetzt. Seitliche Wangen erschließen in allen drei Zonen zusätzliche Flächen. Ein reichhaltiges Figurenprogramm dient der Dekoration: Im Aufsatz befinden sich drei (1:2) Putten. Die zentrale Kreuzigungs-Szene, mit dem Hintergrund einer Stadtlandschaft, hat 10 Personen: Christus und die neunköpfige Familie. In den oberen Ecken befinden sich noch Engelsköpfe. Auf dem Gebälk ist über dem Gekreuzigten zu lesen: "Philipp: Am 1. / Christus Ist Mein Leben / Vnd Sterben Ist / Mein Gewin(n)". Den beiden Pilastern der Hauptzone vorgestellt sind zwei große Allegorien, der Tugenden (Attribute sind verlorengegangen) darüber ist jeweils noch ein geflügelter Engelskopf angebracht; nach außen gerichtete groteske Masken schließen die Außenwangen neben der Wappenspalte ab. Im Sockelbereich befinden sich zwei weitere groteske Masken, die als unterste Konsole der Pilasterlinie dienen und den Betrachter frontal anschauen, und zwei Köpfe, die seitlich in Wandebene aus den Wangen herausschauen.
Die Hauptinschrift befindet sich im Sockelbereich des Epitaphs und lautet: "Hannß Fritz Göler Von Rauenspurg / Anno Sechtzig Fünff Geborn Wurd / Blieb Ledig Zwey Vnd Viertzig Jahr / Sein Weib Cathrein Von Mentzing War / Lebt Mit Ihr Zweintzig Ein Jahr Im Friedt / Sechß Söhn Vier Döchter Mit Ihr Zieht / Daruon Ihnn Gott Siebe(n) Genommen / Darunder Drey Nicht Zur Tauff Kom(m)en / Deren Noch Drey Im Leben Sein / Wie Solches Deuttet Dießer Stein / Als Er Wardt Sechtzig Drey Jahr Alt / Er Auch Der Natur Schuldt Bezalt / OBIJT 10 DECEMBRIS / AN(N)O 1626".Das bedeutet, daß es sogar zehn Kinder waren, von denen aber nur die dargestellt werden, die es überhaupt bis zur Taufe geschafft haben, drei fehlen also auf dem Epitaph. Die Inschrift enthält eine rechnerische Unstimmigkeit: Bei einem Geburtsjahr 1565, 42 Jahren Junggesellendasein und 21 Ehejahren kommt man auf ein Alter von 63 Jahren, das ist korrekt, aber zugleich auf ein Todesjahr 1628, nicht 1626. Entweder ist das angegebene Todesjahr falsch, oder das Geburtsjahr ist nicht korrekt, oder man hat sich in der Inschrift verrechnet. Die Diskrepanz in den Literatur-Angaben zum Heiratsjahr 1607 (paßt zu 42 Junggesellenjahren bei 1565 als Geburtsjahr) bzw. 16.11.1605 (paßt zu 21 Ehejahren bei 1626 als Todesdatum) schlägt in die gleiche Kerbe. Wo der Fehler liegt, kann mangels verläßlicher Dokumente nicht entschieden werden. Entstanden ist das Epitaph vermutlich erst 1628, jedenfalls zusammen mit dem Gegenstück für David Göler von Ravensburg.
Die Verteilung der Wappen ist wie folgt: Im Aufsatz befinden sich die beiden Vollwappen der Ehepartner, rechts das für Hans Friedrich Göler von Ravensburg (5.3.1565-10.12.1626), in Silber ein schwarzer auffliegender Rabe, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken Kopf und Hals des schwarzen Raben, aus dem hinten am Hals ein goldener (oder silberner) Kamm hervorkommt mit 5 goldenen (oder silbernen) Spitzen, die meistens mit ebenso vielen Pfauenfedern (Pfauenspiegeln) besteckt sind. Links befindet sich das Vollwappen für die ihm angetraute Ehefrau, Katharina von Mentzingen (1585-19.10.1635), in Silber ein schwarzer auffliegender Rabe, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender silberner Schwan mit goldenem Schnabel, die Flügel mit goldenen Saxen, Schwungfedern des Schwanes schwarz und mit silbernen Sternen, Kreuzchen oder Lindenblättchen belegt.
Jeder Ehepartner besitzt eine Ahnenprobe, die sich zusammensetzt aus je einem Wappenschild auf dem Außensegment der Aufsatzzone, je 5 Wappenschilden auf den Seitenteilen der Hauptzone und je einem Wappenschild auf den Konsolen der Sockelzone, also nach innen eingerückt, und noch einmal einem Wappenschild ganz unten unter der Inschrift, noch eine Stufe weiter eingerückt. Weil die jeweils obersten Schilde das Hauptwappen erneut zitieren, besteht jede Ahnenprobe aus den üblichen 8 Schilden. Alle Schilde sind mittels eines kleinen Schriftbandes namentlich den Familien zugeordnet.
Die Ahnenprobe für Hans Friedrich Göler von Ravensburg (5.3.1565-10.12.1626) besteht von oben nach unten aus den Schilden der Göler von Ravensburg (in Silber ein schwarzer Rabe mit erhobenen Flügeln), der von Gemmingen (in Blau zwei goldene Balken), der von Liebenstein (dreimal silbern-schwarz geteilt), der Marschalk von Ostheim (in Silber eine schwarze Tischwange alter Form), der von Rammungen bzw. Ramung (blau-silbern gespalten mit einer Spitze in verwechselten Farben), der Kämmerer von Worms gen. Dalberg ("Dalberg", unter goldenem, mit drei Spitzen abgeteiltem Schildhaupt in Blau sechs (3:3:1) silberne Lilien), der von Eltershofen ("Eltershouen", rot-silbern mit gebogenen Linien schneckenförmig geviert) und der Landschad von Steinach ("Landschadt", in Gold eine schwarze Harfe).
Hans Friedrich Göler von Ravensburg (5.3.1565-10.12.1626) war der Sohn von Hans III. Göler von Ravensburg (8.11.1526-19.11.1601) und Anna Maria von Gemmingen (-29.11.1576). Seine Großeltern waren Albrecht VI. Göler von Ravensburg (-1542) und Dorothea von Liebenstein (ca. 1500-30.11.1562) väterlicherseits und Wolf von Gemmingen zu Guttenberg (ca. 1479-14.2.1555) und Anna Marschalk von Ostheim (ca. 1500-27.12.1569) mütterlicherseits. Die Urgroßeltern waren väterlicherseits Albrecht V. Göler von Ravensburg (1444-17.11.1503) und Kunigunde oder Katharina von Ramung (Rammungen) sowie Heinrich von Liebenstein und Regula von Eltershofen. Mütterlicherseits waren die Urgroßeltern Pleikard von Gemmingen (-1515) und Anna Kämmerer von Worms (-1503) sowie Philipp Marschalk von Ostheim und Anna Margarethe Landschad von Steinach.
Die Ahnenprobe für Katharina von Mentzingen (1585-19.10.1635) besteht von oben nach unten aus den Schilden der von Mentzingen (in Silber ein schwarzer auffliegender Rabe), der von Neipperg (in Rot drei (2:1) silberne Ringe), der von Rossau ("Rossaw", mit zwei Zinnen golden-rot geteilt), der von Jahrsdorf ("Jarßdorff", geviert von Rot und Kürsch, hier nur durch die geschuppte Trennlinie der Felder dargestellt), der Göler von Ravensburg (in Silber ein schwarzer Rabe mit erhobenen Flügeln), der von Stockheim ("Stockhheim", unter goldenem Schildhaupt in Schwarz ein goldenes Schräggitter), der von Liebenstein (dreimal silbern-schwarz geteilt) und der von Stain zu Jettingen ("vom Stein", in Gold drei schwarze Wolfsangeln = Wolfsanker übereinander, mit dem Ring nach unten gelegt).
Katharina von Mentzingen war die Tochter von Bernhard von Mentzingen (11.2.1553-21.5.1628) und Barbara von Neipperg (ca. 1556-24.6.1608). Ihre Großeltern waren väterlicherseits Peter von Mentzingen (-29.6.1565) und Ottilie von Rossau, mütterlicherseits Philipp von Neipperg (1530-22.6.1581) und Walburga von Jahrsdorff (-20.5.1561). Ihre Urgroßeltern waren väterlicherseits Philipp von Mentzingen (1470-1525) und seine Frau Anna Göler von Ravensburg (1473-1491), wodurch wieder eine Anbindung an die Göler-Abstammung erfolgt, sowie Eberhard von Rossau und Ottilia von Liebenstein. Mütterlicherseits waren die Urgroßeltern Ludwig von Neipperg (1502-11.2.1536) und seine Frau Katharina von Stockheim (1503-9.4.1553) sowie Hans Diepold von Jahrsdorff und seine Frau Barbara von Stain zu Jettingen. Die Ahnenprobe ist genau die gleiche wie am Epitaph für ihre Schwester Anna Maria von Mentzingen (1582-1641) und ihren Mann Engelhard I. Göler von Ravensburg (22.6.1570-17.3.1654).
Innenraum
(4): Engelhard I. Göler von Ravensburg (-1654)
Dieses Epitaph an der Südwand des Altarraums ist für Engelhard
I. Göler von Ravensburg (22.6.1570-17.3.1654), 1604
markgräflich-badischer Geheimer Rat zu Baden-Durlach und 1610
Obervogt mit Wohnsitz in Pforzheim. Es handelt sich um den
Bauherrn des Mittleren = Pforzheimer Schlosses, dem heute als
Rentamt bezeichneten Gebäude, vielmehr dessen, was davon noch
übrig ist. Engelhard I. wurde 1633 Mitglied im "Consilium
Formatum" der protestantischen Stände zur Regelung der
protestantischen Interessen. Das Epitaph wurde ihm 1655
(Datierung auf dem Epitaph) von seinen drei Söhnen gesetzt, Georg
Bernhard Göler von Ravensburg (25.12.1604-2.7.1662), Engelhard
II. Göler von Ravensburg (1606-21.5.1664) und Friedrich
II. Göler von Ravensburg (14.9.1610-1665). Das geht aus
der Stifterinschrift im Sockelbereich hervor: "Haec
monumenta Viri prico de stemmate GÖLER / Nobilis, aequa, ferunt,
tempora, facta, fidem, / Consilium, Vires, animum: quam Cognitus
orbis / Imperio; Chanaan, Principibusq(ue), CALEB. Ios. 14 . II /
* * * / AD . COSTAE . ANTRA . TENET . POST . ARGENTINA . REPOSTA
/ OSSA . SENES . ANIMAS . PATRIA . PARTA . POLI . / *** / GÖRG
BERNHARD . ENG(E)LHARD . FRIDERIC(VS) . TRES . MASCVLA . PROLES /
DE GÖLER . MATRI . IVSTA . PATRIQ(VE) . DICANT / Ex pia
Observantia M. Davidis Dörner Sebas A(nno) 1655." Da steckt
auch noch ein Chronogramm in der Inschrift: AD . COSTAE . ANTRA .
TENET . POST . ARGENTINA . REPOSTA / OSSA . SENES . ANIMAS .
PATRIA . PARTA . POLI . = D + C + I + I + M + I + L + I = 500 +
100 + 1 + 1 + 1000 + 1 + 50 + 1 = 1654, das Jahr seines Ablebens
in der Stadt Straßburg. Magister David Dörner, der Verfasser
dieser geschraubten Zeilen, war 1650-1695 Pfarrer in Kieselbronn.
Über dem Zentralfeld ist noch zu lesen: "Schlecht und
Recht, daß behüete mich". Darüber befindet sich noch eine
dritte, kaum aufzulösende Inschrift. Die deutschen Inschriften
sind in Frakturschrift ausgeführt, die lateinischen hingegen in
humanistischer Minuskel und Kapitalis. Drei schwebende,
geflügelte Engelchen (Putten) spannen im Zentralfeld. weitere
Schriftbänder mit den Namen der unten dargestellten sechs
Familienmitglieder auf. Der linke Engel hält einen Palmzweig,
der rechte einen ringförmigen Kranz, der mittlere hebt die
rechte Hand.
Im Aufsatz befinden sich die beiden Vollwappen der Ehepartner, rechts das für Engelhard I. Göler von Ravensburg (22.6.1570-17.3.1654), in Silber ein schwarzer auffliegender Rabe, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken Kopf und Hals des schwarzen Raben, aus dem hinten am Hals ein goldener (oder silberner) Kamm hervorkommt mit 5 goldenen (oder silbernen) Spitzen, die meistens mit ebenso vielen Pfauenfedern (Pfauenspiegeln) besteckt sind. Links befindet sich das Vollwappen für die ihm am 7.11.1603 angetraute Ehefrau, Anna Maria von Mentzingen (1582-1641), in Silber ein schwarzer auffliegender Rabe, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender silberner Schwan mit goldenem Schnabel, die Flügel mit goldenen Saxen, Schwungfedern des Schwanes schwarz und mit silbernen Sternen, Kreuzchen oder Lindenblättchen belegt.
Jeder Ehepartner besitzt seitlich auf den Pilastern eine Ahnenprobe aus vier Schilden. Alle Schilde sind mittels eines kleinen Schriftbandes namentlich den Familien zugeordnet. Die Ahnenprobe für Engelhard I. Göler von Ravensburg (22.6.1570-17.3.1654) besteht von oben nach unten aus den Schilden der Göler von Ravensburg (in Silber ein schwarzer Rabe mit erhobenen Flügeln), der von Hirschhorn (in Gold eine rote Hirschstange), der von Liebenstein (dreimal silbern-schwarz geteilt) und erneut der Göler von Ravensburg (wie zuvor).
Engelhard I. Göler von Ravensburg (22.6.1570-17.3.1654) war der Sohn von Bernhard II. Göler von Ravensburg (1523-1597) und Maria von Hirschhorn (1528-). Seine Großeltern väterlicherseits waren Albrecht VI. Göler von Ravensburg (-1542) und Dorothea von Liebenstein. Die Großeltern mütterlicherseits waren Hans (Johann) von Hirschhorn (1511-1569, Epitaph in der Karmeliterkirche Hirschhorn) und Anna Göler von Ravensburg (1507-1578, Epitaph in der Karmeliterkirche Hirschhorn). Die Ahnenprobe ist identisch mit der für seinen Bruder David Göler von Ravensburg (15.9.1567-29.11.1626).
Die Ahnenprobe für Anna Maria von Mentzingen (1582-1641) besteht von oben nach unten aus den Schilden der von Mentzingen (in Silber ein schwarzer auffliegender Rabe), der von Neipperg (in Rot drei (2:1) silberne Ringe), der von Rossau ("Rossaw", mit zwei Zinnen golden-rot geteilt) und der von Jahrsdorf ("Jarßdorff", geviert von Rot und Kürsch, hier wie mit Hermelinschwänzchen besät dargestellt).
Anna Maria von Mentzingen (1582-1641) war die Tochter von Bernhard von Mentzingen (11.2.1553-21.5.1628) und Barbara von Neipperg (ca. 1556-24.6.1608). Ihre Großeltern waren väterlicherseits Peter von Mentzingen (-29.6.1565) und Ottilie von Rossau, mütterlicherseits Philipp von Neipperg (1530-22.6.1581) und Walburga von Jahrsdorff (-20.5.1561). Die Ahnenprobe ist genau die gleiche wie am Epitaph für ihre Schwester Katharina von Mentzingen (1585-19.10.1635) und ihren Mann Hans Friedrich Göler von Ravensburg (5.3.1565-10.12.1626).
Innenraum
(5): Hans Göler von Ravensburg (-1601) und seine Frau
Dieses Doppelepitaph aus hellgrauem Sandstein steht in der
Sakristei in einer Mauernische an der Ostwand. Es ist für Hans
Göler von Ravensburg (8.11.1526-19.11.1601), 1555-1569
in württembergischen Diensten, und seine Frau, Anna
Maria von Gemmingen (-29.11.1576). Im halbrunden Aufsatz
ist zu sehen, wie Christus zwischen zwei römischen Soldaten aus
dem Grab aufsteigt. Darunter befindet sich eine zweiteilige
rechteckige Inschriftentafel. Die linke Hälfte trägt den
Wortlaut "(ALS TAVSENT VND SECHSHVNDERT IA(H)R / VND NOCH
EINS DARZVE GEZ(A)E(H)LT WAR / IM NOVEMBER VERSCHIEDEN IST / DEN
NEYNZEHENT TAGES FRIST / HANS GÖLER VON RAVENSPURG FVRWA(H)R /
SEIN(E)S ALTERS VIER UND SIBENZIG IA(H)R / IM E(HE)STAND ZWANZIG
DREI IA(H)R G(E)LEBT / DARIN I(H)M GOT(T) SECHS KINT BESCHERT /
SEIN WITWE(R)STANT ZWANZIG FVNF IA(H)R / GANZ KEVSCH VND REIN
VOLBRACHTER ZWAR / SEIN VNDERTHON CHRISTLICH REGI(E)RT / NOCH
GOT(T)ES WORT SEIN LEBEN GFV(EH)RT / HIERAVF GAR WOL BESCHLOS(S)
SEIN ENT / DEM GOT(T) GEB EIN FRO(EH)LICH(E) VRSTENT". Die
rechte Hälfte liest sich "ALS TAVSENT VND FINFHVNDERT
IA(H)R / SECHSSIBENTZIG GEZ(A)E(H)LET WAR / IM NOVEMBER
VERSCHIEDEN IST / DES NEVNZWENTZIGSTEN TAGES FRIST / DIE
TVGENTREICH(E) VND ADELICH(E) / VON GEMMING(EN) ANNA MARIA SICH /
AUFF ERD(EN) ALLZEIT GERICHTET HATT / NACH GOT(T)ES GEBOTEN FRIE
UND SPAHT / I(H)R(E)M IVNCKHERN HANS GÖLERN GEBAR / ZWEN
SÖ(H)N(E) VIER TÖCHTER IN 3 VND 20 IA(H)R / AN ARMEN LEVTEN SIE
NICHTS THET SPAR(E)N / IN WA(H)REM GLAVBEN BESCHLOSS I(H)R LEBEN
/ D(A)RVMB HAT I(H)R GOTT DAS EWIG(E LEBEN GE)GEBEN".
Im Zentralfeld sind vor einer Flachnische die Verstorbenen rechts und links des Gekreuzigten symmetrisch in kniender Position dargestellt; von Anna Maria von Gemmingen fehlen die Unterarme und die Nase. Auch die Figur ihres Ehemannes ist verstümmelt. Über beiden befindet sich eine weitere Inschrift, über dem Ehemann "(H)IOB AM / XIX CAP (25-26) / ICH WEIS(S) DAS(S) MEIN ERLÖSER / LEBT VND ER WIRT MICH HERNACH / ER AVS DER ERDEN AVFWECKE(N) / VND WERDE DARNACH MIT / DI(E)SER MEINER HAVT VMB / GEBEN WERDEN VND WERDE / IN MEINEM FLEYSCH GOT SEHE(N)", über der Ehefrau "IOHAN(N)ES / AM 3 CAP (16) / ALSO HAT GOT(T) DIE WELDT / GELI(E)BT DAS(S) ER SEIN EINGE/BORNE(N) SO(H)N GAB (A)VFF DAS(S) / ALLE DIE AN I(H)N GLAVBE(N) NI(CH)T / VERLOREN WERDEN SON / DER(N) DAS EWIG(E) LEBEN HABE(N)". Das Epitaph wurde bereits 1576 angefertigt, aus Anlaß des Todes von Anna Maria. Den Platz für die Inschrift des Ehemannes ließ man zunächst frei und ergänzte den entsprechenden Text 1601. Vermutlich ist das Epitaph eine Arbeit der Leonberger Werkstatt des Jeremias Schwarz. Von diesem Paar gibt es auch ein Ehewappen an der Ravensburg, linkerhand des Vorburgtores. In Flehingen sind die Epitaphien für zwei Schwestern und einen Schwager des Hans Göler zu finden.
Auf den seitlichen Pilastern sind mehrere Vollwappen angebracht, heraldisch rechts das der Göler von Ravensburg (in Silber ein schwarzer auffliegender Rabe, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken Kopf und Hals des schwarzen Raben, aus dem hinten am Hals ein goldener (oder silberner) Kamm hervorkommt mit 5 goldenen (oder silbernen) Spitzen, die meistens mit ebenso vielen Pfauenfedern (Pfauenspiegeln) besteckt sind) und das der von Liebenstein (dreimal silbern-schwarz geteilt, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein dreimal silbern-schwarz geteiltes Paar Büffelhörner), heraldisch rechts das der von Gemmingen (in Blau zwei goldene Balken, auf dem Helm mit blau-goldenen Decken ein Paar Büffelhörner, blau mit zwei goldenen Balken) und das der Marschalk von Ostheim (in Silber ein schwarzes Tischgestell (Tischfuß) in altmodischer Form, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken wachsend ein schwarzer, behalsbandeter Brackenrumpf, der einen silbernen, oben mit drei schwarzen Hahnenfedern besteckten Becherdeckel oder Rundhut trägt). Hans Göler von Ravensburg (8.11.1526-19.11.1601) war der Sohn von Albrecht VI. Göler von Ravensburg (-1542) und Dorothea von Liebenstein (ca. 1500-30.11.1562), deren Epitaph wir außen an der ev. Kirche Sulzfeld sehen können. Anna Maria war die Tochter von Wolf von Gemmingen zu Guttenberg (ca. 1479-14.2.1555) und Anna Marschalk von Ostheim (ca. 1500-27.12.1569).
Innenraum
(6): Rosula von Angelloch (1656)
Dieses Epitaph steht unter der Orgelempore rechts. Das
Zentralfeld zeigt die Verstorbene rechterhand des Gekreuzigten
kniend; dem Hintergrund bildet ein an einer Stange aufgehängter
Vorhang. Zwei mächtige Pilaster mit wuchtigem Gebälk rahmen
diese Andachtsszene ein. Außen bilden zwei geflügelte Engel
Seitenwangen. Der Aufsatz enthält ein Medaillon mit dem Wappen
der kraichgauischen Familie von Angelloch, in
Blau ein silberner Angelhaken, mit Spitze und Ende nach oben
gerichtet. Die Helmzier auf gekröntem Helm zeigt einen
wachsenden, golden gekrönten (nach dem Lehensbuch des
Kurfürsten Friedrich von der Pfalz golden gekrönten, nach dem
Lehensbuch des Kurfürsten Ludwig mit drei blau-silbern-blauen
Straußenfedern besteckten, und genau so auch hier)
Jungfrauenrumpf in blauem Gewand zwischen zwei silbernen
Angelhaken, die den Schultern entspringen und die Biegung nach
oben haben. Die Helmdecken sind blau-silbern. Der Stammsitz, nach
dem sie ihren Namen führen, ist das heutige Gauangelloch bei
Heidelberg. Sie waren einst begütert bzw. berechtigt in
Horkheim, Aschhausen, Kirchhausen und Altdorf in der Gegend von
Heilbronn und Künzelsau. Weitere Besitzungen lagen bei
Waiblingen sowie in Utzmemmingen bei Neresheim. Das Medaillon
wird am Schmuckrahmen von zwei Putten gehalten, deren obere
Partien aber zerstört sind. Weitere Wappen sind nicht am Epitaph
vorhanden. Das Epitaph besitzt drei Inschriften, eine läuft
kreisförmig um besagtes Wappenmedaillon herum, die zweite ist
religiösen Inhalts und auf dem Gebälk zu finden, und die dritte
befindet sich in der Sockelzone, flankiert von zwei
Maskenkonsolen und unten von einem geflügelten Engelskopf
abgeschlossen. Die untere Inschrift lautet in unübersichtlicher
Mischung aus Groß- und Kleinschreibung: "HIC ROSVLA A
SaVSLITS PISTORIA FILIA AB ANGLOCH / FATA RAVEN CVRAM RESPICIO
HOSPITIO 1630 / MONTE ANIMAM CHRISTO TEMPLUM TEMPLOO RECONDO /
LEGITIMO TANDEM SANGUINE DICO VALE / Ad haeredes / Esto senex
GÖLER, Vice Patris, Proximus haeres / Praedia trado tibi praemia
Vita! mihi / F M D D 1656 15 i May". Rosula von
Angelloch war die Tochter von Burkard von Angelloch und
Agnes Steinhäuser von Neidenfels. Sie war eine verheiratete
Pistoris von Seusslitz; ihr Mann entstammte dem sächsischem
Beamtenadel und war markgräflich badischer Geheimer Rat und
Obervogt zu Durlach. Da Engelhard I. Göler von Ravensburg
ebenfalls dieses Amt bekleidete, kamen die beiden Familien
miteinander in Kontakt. Da Rosulas Bruder Johann Burkard von
Angelloch 1613 kinderlos verstorben war, war damit der
Mannesstamm der Familie erloschen; Rosula war die Erbin. Während
der Wirren des Dreißigjährigen Krieges ließ Engelhard I.
Göler von Ravensburg ab 1630 Rosula bei sich wohnen und
gewährte ihr Obdach und Schutz. Im Gegenzug setzte sie ihn als
Erben ein, und dafür setzte die Familie der Göler ihr dieses
Epitaph.
Ausschnitt
aus der Genealogie der Göler von Ravensburg
fett sind für dieses Kapitel
relevante Personen, fett und burgunderrot sind die Besitzer der
hier beschriebenen Wappensteine, rot sind Fundstellen für
Wappen:
Literatur, Links
und Quellen:
Lokalisierung auf Google Maps:
https://www.google.de/maps/@49.1027688,8.8570751,18.75z - https://www.google.de/maps/@49.1027707,8.8570742,161m/data=!3m1!1e3
Chronik der Gemeinde Sulzfeld: https://www.sulzfeld.de/die-gemeinde/chronik/
Göler von Ravensburg: https://de.wikipedia.org/wiki/Göler_von_Ravensburg
Evangelische Kirche: https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Kirche_Sulzfeld_(Baden)
Seite der Kirchengemeinde mit Beschreibung der Kirche: http://www.evang-kirche-sulzfeld.de/index.php?module=Pagesetter&func=viewpub&tid=3&pid=26
Beschreibung der Epitaphien auf dem Webauftritt der
Kirchengemeinde: https://www.evang-kirche-sulzfeld.de/html/content/kirche3607.html
Innenraum (1): Deutsche Inschriften 20, Die Inschriften des
Großkreises Karlsruhe, Nr. 398 (Anneliese Seeliger-Zeiss), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di020h007k0039809 - http://www.inschriften.net/karlsruhe/inschrift/nr/di020-0398.html#content
Innenraum (2): Deutsche Inschriften 20, Die Inschriften des
Großkreises Karlsruhe, Nr. 381 (Anneliese Seeliger-Zeiss), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di020h007k0038103 - http://www.inschriften.net/karlsruhe/inschrift/nr/di020-0381.html#content
Innenraum (3): Deutsche Inschriften 20, Die Inschriften des
Großkreises Karlsruhe, Nr. 399 (Anneliese Seeliger-Zeiss), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di020h007k0039909 - http://www.inschriften.net/karlsruhe/inschrift/nr/di020-0399.html#content
Innenraum (4): Engelhard I. Göler von Ravensburg: https://de.wikipedia.org/wiki/Engelhard_I._Göler_von_Ravensburg
Innenraum (5): Deutsche Inschriften 20, Die Inschriften des
Großkreises Karlsruhe, Nr. 267 (Anneliese Seeliger-Zeiss), in:
www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di020h007k0026708 - http://www.inschriften.net/karlsruhe/inschrift/nr/di020-0267.html#content
Edmund von der Becke-Klüchtzner: Stamm-Tafeln des Adels des
Großherzogthums Baden, ein neu bearbeitetes Adelsbuch
Baden-Baden, 1886: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/beckekluechtzner1886/0172/image ff.
Kindler von Knobloch, Julius (Bearb.) / Badische Historische
Kommission (Hrsg.), Heidelberg, 1898, Oberbadisches
Geschlechterbuch, Band 1: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kindlervonknobloch1898bd1/0455/image ff.
Biedermann: Geschlechts Register der löblichen Ritterschafft im
Voigtlande http://books.google.de/books?id=FCZRAAAAcAAJ
Biedermann: Geschlechts-Register Der Reichs Frey unmittelbaren
Ritterschafft Landes zu Francken Löblichen Orts Ottenwald
(Odenwald) http://books.google.de/books?id=g9JDAAAAcAAJ
Dieter und Ravan Göler von Ravensburg: Die Göler von
Ravensburg, Entstehung und Entwicklung eines Geschlechts der
Kraichgauer Ritterschaft, hrsg. vom Heimatverein Kraichgau,
Sonderdruck Nr. 1, Sinsheim 1979
genealogische Datensammlung von Christoph Graf v. Polier, https://gw.geneanet.org/cvpolier?lang=en&iz=0&p=albrecht&n=goler+von+ravensburg&oc=1 - https://gw.geneanet.org/cvpolier?lang=en&iz=0&p=hans&n=goler+von+ravensburg - https://gw.geneanet.org/cvpolier?lang=en&iz=0&p=hans+friedrich&n=goler+von+ravensburg und abhängige Seiten
Damian Hartard von Hattstein, Die Hoheit des Teutschen
Reichs-Adels, Band 2, http://books.google.de/books?id=rOA-AAAAcAAJ
Einige Daten weichen von den Literaturangaben ab, weil im
Zweifelsfall immer den Daten auf den Epitaphien und Grabplatten
der Vorzug gegeben wurde.
die Ravensburg, Stammsitz der Göler - das Rentamt, ehemals Mittleres oder Pforzheimer Schloß - evangelische Kirche, Epitaphien und Grabplatten außen
Ortsregister - Namensregister - Regional-Index
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