Bernhard Peter
Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 265
Bamberg (Oberfranken)

3x Schrottenberg-Wappen

Ehemaliges vorderes Gartenhaus des Schrottenberg-Gartens
Am heutigen Gasthaus Griesgarten im ehemaligen Gartenhaus des Schrottenberg-Gartens (Untere Sandstraße 19), einem barocken, zweigeschossigen Mansardwalmdachbau, befindet sich ein Allianzwappen der Familie.
Das vermehrte Wappen der Freiherren von Schrottenberg in der fränkischen Linie ist geviert, Feld 1 und 4: in Schwarz drei gestürzte, silberne Mondsicheln, Feld 2 und 3: in Silber ein roter Hahn.

Die von Schrottenberg erscheinen relativ spät in Franken. Das Geschlecht stammt - läßt man die Abenteuergeschichten mal beiseite - aus der Obersteiermark. Die Herrschaft Schrottenberg lagt an der mährischen Grenze und wurde verkauft. Die nächste Heimat der Familie liegt in Südtirol; sie waren 1393 mit Bischof Georg von Lichtenstein dorthin gekommen. In Südtirol spaltete sich die Familie in zwei Linien. Deren jüngere, die zu Salurn, wandte sich nach Franken. Sie erwarb Reichmannsdorf im Kanton Steigerwald. 1709 erhielt die Familie den Freiherrenbrief.

Der Mannesstamm der Freiherren von Schrottenberg ist mittlerweile ausgestorben, der letzte männliche Nachkomme, Ferdinand Amand Ignaz Maria Freiherr von Schrottenberg, geb. 5.9.1908, ist 1941 in Rußland verschollen. Er war der Sohn von Ferdinand Johann Ignaz Maria Freiherr von Schrottenberg (23.9.1863-7-11-1928), vermählt mit Anna Katharina MacDonald (24.7.1874-). Der Reichmannsdorfer Zweig führt heute in weiblicher Linie über des Verschollenen Schwester Elisabeth Freiin von Schrottenberg auf Reichmannsdorf (31.7.1906-22.9.1987) den Namen fort als von Schrottenberg des Stammes Sachenbacher, bzw. als Sachenbacher von Schrottenberg, da sich die Eignerfamilie nun in männlicher Abstammung auf den Küfer Franz Sachenbacher zurückführen läßt, von dessen Nachkommen Alfred Sachenbacher (11.8.1906-) besagte Elisabeth geheiratet hatte. Der Familienzweig Voccawind ist bereits kurz zuvor, 1933, erloschen. Deshalb sind die gegenwärtigen Schloßherren eigentlich Sachenbacher von Schrottenberg.

Der heraldisch linke Teil des Allianzwappen ist das Wappen von Erthal: Es ist geviert, Feld 1 und 4 zeigen in rot zwei silberne Balken, Feld 2 und 3 sind ledig und blau tingiert. Die Helmzier auf dem gekrönten Helm wäre ein in den Schildfarben tingiertes Paar Büffelhörner, die Helmdecken wären rot und silbern.

Der Stein paßt zu Wolf Philipp von Schrottenberg, Herr zu Reichmannsdorf, Ober- und Untermelsendorf, Eckersbach und Treppendorf. Er war kaiserlicher, kurmainzischer und bambergischer Rat, Oberkämmerer, Oberhofmarschall am fürstlich-bambergischen Hof und Oberamtmann zu Lichtenfels. Ferner war er Ritterrat des Kantons Steigerwald. Er wurde 1709 von Kaiser Joseph I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Vermählt war er mit Maria Juliana Sophia von Erthal, Tochter von Adam Albrecht von Erthal zu Leuzendorf und Gochsheim und dessen Frau Christina von Buttlar (1653-1702).

Zweites Palais Schrottenberg
Das Zweite Palais Schr
ottenberg befindet sich in der Kasernstraße 1. Dieses zweigeschossige, dreiflügelig einen großen Hof umschließende Adelspalais ist die ehemalige Residenz der Grafen von Schrottenberg. Philipp Dietrich Freiherr von Schrottenberg ließ dieses Palais von J. Dientzenhofer errichten. Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1710, aber 1948 wurde eine neoklassizistische Loggia angebaut. 1960 wurde das Palais an Max und Betty Kaczmarek verkauft. Die neuen Besitzer restaurierten das Gebäude, das 1997 in der nächsten Generation, nun von Familie Reichelt als Hotel eröffnet wurde. Am Schlußstein eines Torbogens befindet sich ein weiteres Schrottenberg-Wappen.

Schrottenberg-Wappen am Jakobsberg
Ein drittes Mal findet man das Wappen dieser Familie an der Stiftskurie an der oberen Straße bei St. Jakob, heute Caritas-Altenwohn- und Pflegeheim St. Walburga (Jakobsberg 2). Das zweigeschossige, traufständige massivgebäude aus dem Jahre 1772 wurde von Joseph Clemens Madler auf vorhandenem älteren Erdgeschoß erbaut und 1861 verkürzt. Das vermehrte Wappen der Freiherren von Schrottenberg in der fränkischen Linie ist geviert, Feld 1 und 4: in Schwarz drei gestürzte, silberne Mondsicheln, Feld 2 und 3: in Silber ein roter Hahn. Hier findet man eine vollständige Darstellung mit Oberwappen: Helm 1 (rechts): auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein Paar silberner Büffelhörner, Helm 2 (links): auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein roter Hahn.

Das Wappen wird beschrieben im Schöler S. 99, Tafel 38, mit dem etwas anders gestalteten Stammwappen (gespalten, rechts rot, links in Schwarz drei gestürzte, silberne Mondsicheln), ferner im Siebmacher Band: Bay Seite: 57 Tafel: 60, Band: Bad Seite: 74 Tafel: 44. In allen Quellen wird das Stammwappen wie beschrieben als Feld 1 und 4 beibehalten. Die fränkische Linie gab jedoch die rote Spalthälfte auf.

Literatur, Links und Quellen:
Lokalisierung auf Google Maps: https://www.google.de/maps/@49.8935176,10.8818621,20.2z - https://www.google.de/maps/@49.8935176,10.8818621,60m/data=!3m1!1e3 und https://www.google.de/maps/@49.8921371,10.8845256,20.3z - https://www.google.de/maps/@49.8921371,10.8845256,56m/data=!3m1!1e3 und https://www.google.de/maps/@49.8910976,10.8759049,20.65z - https://www.google.de/maps/@49.8910976,10.8759049,44m/data=!3m1!1e3
Liste der Baudenkmäler:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkm%C3%A4ler_in_Bamberg/B%C3%BCrgerliche_Bergstadt und https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkm%C3%A4ler_in_Bamberg/Jakobsberg
Siebmachers Wappenbücher wie angegeben
Aschaffenburger Wappenbuch, Veröffentlichung des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e. V., Aschaffenburg 1983, Tafel 29 Seite 193, 15
Eugen Schöler, Historische Familienwappen in Franken, Verlag Degener 3. Aufl. 1999
Anton P. Rahrbach, Reichsritter in Mainfranken. Zu Wappen und Geschichte fränkischer Adelsfamilien. Bauer & Raspe Verlag - Die Siebmacherschen Wappenbücher, die Familienwappen deutscher Landschaften und Regionen, Band 2, 2003, ISBN 3-87947-113-4
Hotel Palais Schrottenberg:
https://www.palais-schrottenberg.de/index.php/de/ - Geschichte: https://www.palais-schrottenberg.de/index.php/de/geschichte.html

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